Wenn es ein Reiseland gibt, das in den letzten Jahren für reichlich Furore gesorgt hat, dann ist das Island – eine Insel hoch im Norden Europas, auf der sich Feuer und Eis treffen und eine unvergleichbare Symbiose eingehen. Immer mehr Menschen entdecken diese Naturschönheit für sich und sorgen dafür, das Island mit seinen Wasserfällen und Geysiren, faszinierenden Küsten und kargen Landschaften seit geraumer Zeit als Touristen-Hotspot abseits der gängigen Reiserouten gehandelt wird. Zu recht, denn das Land im äußersten Norden Europas hat seinen Gästen einiges zu bieten. Wer dem rauen Wetter trotzt und im Urlaub nicht nur am Pool entspannen will, der wird hier garantiert sein persönliches Reise-Glück finden. Mit uns geht das auch vom Schiff aus.


Island Basis-Know-How: Was Sie vor Reise-Anreise wissen sollten

Island ist kein klassisches Urlaubsland, in das man reist, um die Seele baumeln zu lassen. Wer hier herkommt, der will etwas erleben, einmalige Orte besuchen und lernen, was es bedeutet, sich richtig klein zu fühlen. Denn in Island werden Wörter wie Naturgewalt, Weite und Wetterextreme völlig neu definiert.

Die Insel im Nordatlantik, die in etwa so groß wie die ehemalige DDR ist, besticht durch ihre Andersartigkeit. Hier wachsen keine Bäume, hier treffen zwei Erdplatten, die eurasische und die nordamerikanische, aufeinander (oder driften eher gesagt auseinander), hier kann sich das Wetter im Minutentakt verändern und immer wieder neue extreme Züge annehmen. Vor allem der Wind von Island ist inzwischen weltberühmt und gilt als besonders unberechenbar und launisch.

Ein isländisches Sprichwort besagt: „Wenn Dir das Wetter auf Island nicht gefällt, warte einfach eine Viertelstunde.“

Doch genau diese Extreme sind es, die Island zu dieser besonderen und inzwischen regelrecht vergötterten Insel machen. Nicht nur waschechte Naturliebhaber und Outdoor-Fans haben Island für sich entdeckt, auch der „Otto-Normal-Tourist“ findet inzwischen Zugang zu diesem Land – und das auf den unterschiedlichsten Wegen.

© Norbert von Niman - Unsplash

Die Ringstraße – DIE Reiseroute durch Island

Die Ringstraße – im Englischen auch gern klangvoll the golden circle genannt – ist die Hauptverkehrsader auf Island. Die rund 1.300 km lange Straße verläuft meist entlang der Küste und umrundet die Insel einmal komplett. Die Ringstraße gehört nicht nur zu den wenigen überwiegend asphaltierten Straßen in Island – im Landesinneren sollten Sie nur mit einem geländetauglichen Fahrzeug unterwegs sein – sie führt auch vorbei an zahlreichen Touristen-Hotspots. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten an der Ringstraße auf Island gehören zum Beispiel:


Reykjavík

Beginnen wir unsere Rundreise mit der Hauptstadt Islands. Reykjavík ist eine überraschend junge Stadt, die viele Besucher mit ihrer geradlinigen Architektur verzaubert. Das wohl beste Beispiel hierfür ist die Hallgrimskirche.

Blaue Lagune

Die heißen Quellen von Island sorgen dafür, dass Sie hier das ganze Jahr über Badeurlaub machen können. Während das Eismeer auch im Hochsommer unwirtliche Temperaturen aufweist, laden die Thermalquellen mit Temperaturen von 35 Grad und mehr zum Verweilen ein. Eine der wohl bekanntesten „hot springs“ auf Island ist die Blaue Lagune („blue lagoon“) südwestlich von Reykjavík.

Skókafoss und weitere Wasserfälle

Mindestens genauso bekannt wie die isländischen Thermalbäder sind die Wasserfälle auf Island. Entlang der Ringstraße finden Sie eine ganze Reihe spektakulärer Wasserfälle – der Skókafoss ist also nur ein Beispiel von vielen.

Wenn Sie den „König der Wasserfälle“ besichtigen wollen, dann müssen Sie der Ringstraße bis hoch in den Nordosten folgen. Dort finden Sie den Dettifoss, seines Zeichens der stärkste Wasserfall Europas.

Seljavallalaug

Wem die blaue Lagune zu voll ist, der kann sein Glück im Thermal-Pool von Seljavallalaug versuchen. Das Wasserbecken, das von der thermalen Energie Islands geheizt wird, ist häufig menschenleer und bietet somit die idealen Voraussetzungen für Entspannung auf einer ansonsten sehr abenteuerlichen Reise.

Schwarzer Strand von Vík

Dieser Ort in Island ist für verschiedene Attraktionen bekannt und darum ein echtes Muss. Nicht nur der schwarze Sand an sich ist beeindruckend, sondern auch die Reynisdrangar-Spitzen, aus dem Wasser ragende Gesteinsformationen, die der Sage nach von einem Kampf zwischen Trollen zeugen. Auch an Land gibt es einiges zu entdecken – beispielsweise die Basaltkolumnen-Höhle und das nahegelegene Flugzeugwrack.

Diamond Beach

Ein weiterer, überaus berühmter Küstenabschnitt von Island trägt den klangvollen Namen Diamond Beach – und das nicht ohne Grund. Denn hier finden Sie unzählige Eisbrocken, die im Sonnenlicht wie Diamanten glitzern. Das Eis stammt vom Vatnajökull, einem riesigen Gletscher, der weite Teile Südostislands bedeckt. Im Fachjargon spricht man davon, dass das Gletschereis ins Wasser kalbt. Anschließend wird es an den Strand gespült. Neben der weltberühmten Gletscherlagune Jökulsárlón, die das ganze Jahr über von Touristen bevölkert wird, gibt es noch den weniger bekannten Gletschersee Fjallsárlón. Dieser ist ähnlich beeindruckend, aber weit weniger überlaufen.

Hvítserkur

Der Hvítserkur ist ein Basaltfelsen im nördlichen Island, der die Phantasie seiner Betrachter anregt. Während es sich laut isländischer Sage um einen versteinerten Troll handelt (was auch sonst…), sieht so mancher Tourist darin eher ein Wesen, das stark an einen Elefanten erinnert. So oder so – dieser Felsen ist ausgesprochen sehenswert und wie fast alles auf Island extrem fotogen.
Island ist mehr als nur die Ringstraße! Auch wenn sich die Ringstraße als angenehme und auch abwechslungsreiche Reiseroute etabliert hat, möchte ich an dieser Stelle eines festhalten: Island ist noch so viel mehr! Auch abseits der Route 1, beispielsweise im Hochland im Inneren des Landes oder in den Westfjorden gibt es atemberaubende Orte zu entdecken. Doch hier hin verirren sich nur selten Touristen.

© Kyler Trautner - Unsplash

Islands Straßennetz

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass es auf Island nur die Ringstraße gibt. Tatsächlich verfügt die Insel über ein flächendeckendes Straßennetz. Doch ist dieses keinesfalls mit deutschen Verhältnissen zu vergleichen. Der überwiegende Teil der isländischen Straßen ist nicht asphaltiert, viele sind gerade im Winter unpassierbar und auch im Sommer sollte man die Routen im Landesinneren nur mit einem Allradfahrzeug befahren.

Wer auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer ist, wird hier – auf den dreistellig nummerierten Straßen – also auf jeden Fall fündig. Die nächste bewohnte Siedlung ist nämlich oftmals mehrere Stunden weit entfernt. Ein spezielles Highlight Islands, auf das sich viele Touristen ganz besonders freuen, sind die Wasserdurchfahrten im Hochland. Da, wo über flache Flüsse keine Brücke geht, führt der einzige Weg direkt durch die eisigen Fluten.

Übrigens: Nicht nur im Herbst und Winter ist Autofahren auf Island ein abenteuerliches und mitunter heikles Thema. Auch im Frühjahr und Sommer kann das Wetter so extrem sein, dass ein Vorankommen echt schwierig wird. Vor allem die Winde, die hier im Nordatlantik schnell orkanähnliche Dimensionen annehmen, können Ihrer Reise schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

Island-Rundreise mit dem Kreuzfahrtschiff

Schotterstraßen, wetterbedingte Unterbrechungen, menschenleere Einöden – Das alles klingt in Ihren Ohren eine Spur zu abenteuerlich? Absolut verständlich, denn wer Island (auch abseits der Ringstraße) mit dem Auto bereisen will, muss die nötige Erfahrung und Sicherheit hinterm Steuer mitbringen.

Ist dies nicht der Fall (oder haben Sie einfach keine Lust, das Land ausschließlich wie „alle anderen“ mit dem Auto zu bereisen), dürfen Sie sich nun über eine reizvolle Alternative freuen. Island ist nämlich auch vom Wasser aus betrachtet definitiv eine Reise wert.

Und nicht nur das: Auch wenn Sie mit dem Kreuzfahrtschiff unterwegs sind, bedeutet das keinesfalls, dass Sie auf typisch isländische Highlights wie Wasserfälle, Geysire und Thermalquellen verzichten müssen. Wir haben Ihnen nämlich eine Rundreise zusammengestellt, die all die Facetten dieses wilden Landes bündelt.

Wer auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer ist, wird hier – auf den dreistellig nummerierten Straßen – also auf jeden Fall fündig. Die nächste bewohnte Siedlung ist nämlich oftmals mehrere Stunden weit entfernt. Ein spezielles Highlight Islands, auf das sich viele Touristen ganz besonders freuen, sind die Wasserdurchfahrten im Hochland. Da, wo über flache Flüsse keine Brücke geht, führt der einzige Weg direkt durch die eisigen Fluten.

Übrigens: Nicht nur im Herbst und Winter ist Autofahren auf Island ein abenteuerliches und mitunter heikles Thema. Auch im Frühjahr und Sommer kann das Wetter so extrem sein, dass ein Vorankommen echt schwierig wird. Vor allem die Winde, die hier im Nordatlantik schnell orkanähnliche Dimensionen annehmen, können Ihrer Reise schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

© Luke Stackpoole - Unsplash

5 Gründe, warum man Island mit dem Schiff bereisen sollte

Die Faszination Kreuzfahrt ergreift immer mehr Menschen. Außerdem rücken neben klassischen Reisezielen – beispielsweise im Mittelmeer und in der Karibik – auch immer mehr Exoten in den Fokus der Aufmerksamkeit. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist Island. Wenn Sie sich immer noch nicht sicher sind, ob es eine gute Idee ist, dieses Land mit dem Schiff zu bereisen, dann sollten Sie sich unbedingt die nachfolgenden 5 Gründe durchlesen, die dafür sprechen.

Grund #1: Sie müssen keine Unterkünfte heraussuchen

Island ist ein typisches Rundreise-Land. Das wiederum bedeutet: Wer hier mit dem Auto unterwegs ist, muss verschiedene Unterkünfte entlang der Strecke recherchieren und buchen. Das kostet nicht nur jede Menge Zeit, sondern auch Geld. In der Hochsaison schaukeln sich die Preise so sehr hoch, dass Sie sogar für eine Nacht im Zelt mehr als 100 Euro bezahlen müssen.

Eine Reise per Kreuzfahrtschiff ist da schon sehr viel angenehmer. Denn obwohl Sie jeden Tag einen anderen Ort besuchen, müssen Sie nur eine einzige Unterkunft beziehen – nämlich Ihre Kabine an Bord der MS Berlin.

Grund #2: Sie sehen wirklich die ganze Insel

Wer Island auf der Ringstraße umrunden will, sollte mindestens sieben bis 14 Tage einplanen. Doch selbst nach zwei Wochen haben nur die wenigsten wirklich die ganze Insel gesehen. Eine Region, die selbst für isländische Verhältnisse extrem abgeschieden ist und nur von wenigen Touristen besucht wird, sind die Westfjorde, eine Halbinsel im Nordwesten der Insel, die landschaftlich extrem reizvoll ist.

Während die Westfjorde mit dem Auto etwas schwieriger zu erreichen sind, können sie mit dem Schiff ganz einfach angesteuert werden. Während unserer Island-Rundreise per Schiff machen wir (unter anderem) Halt in Ísafjörður – dem perfekten Ausgangspunkt, um diese entlegene Ecke des Landes zu erkunden, der auch unter Papageientauchern äußerst beliebt ist.

Grund #3: Sie haben Chancen, Wale zu beobachten

Die nördliche Küste von Island ist eine hervorragende Region, um Wale zu beobachten. Gerade in den Sommermonaten werden hier bis zu zwölf verschiedene Walarten gesichtet! Hierzu gehören Minkwale, Buckelwale und Blauwale. Auch verschiedene Delfinarten wie der große Tümmler lassen sich hier im Norden Islands blicken.

Grund #4: Sie können unterwegs auch weitere Länder kennenlernen

Wie sich das für eine waschechte Kreuzfahrt gehört, machen wir auf unserer Rundreise nicht nur Halt in Island, sondern auch auf den Shetlandinseln, auf den Färöern und in Schottland. Auf diese Weise haben Sie die Chance, noch mehr tolle Orte zu entdecken und viele einzigartige Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen.

Grund #5: Sie nehmen eine völlig neue Perspektive ein

Egal ob auf einem Fluss, See, Meer oder Ozean – jeder, der schon einmal mit dem Schiff gereist ist, wird bestätigen können, dass man hierbei völlig neue Perspektiven einnimmt und den Ort sprichwörtlich mit anderen Augen sieht. Gerade entlang der spektakulären Küste Islands werden sich Ihnen auf diese Weise ganz neue Ein- und Ausblicke eröffnen, die Sie garantiert nie wieder vergessen werden.

© Maheko - Unsplash


Unvergessliche Reiseerlebnisse – Zu Wasser und zu Lande

Island ist eine Reise wert – ob nun mit Flugzeug und Auto oder mit dem Schiff. Beide Reisearten bringen ihren ganz eigenen Reiz mit sich und werden Sie mit vielen Highlights verwöhnen. Letztlich liegt es also nur an Ihren persönlichen Vorlieben, wofür Sie sich entscheiden. So oder so, die Reise wird mit jedem Fortbewegungsmittel großartig. Nur Eisenbahn-Liebhaber müssen nun stark sein – denn auf der gesamten Insel gibt es keine einzige Zugstrecke. Eine Reise auf Gleisen ist also nicht möglich.

Ich wünsche Ihnen eine gute Reise nach Island!

 

Ein Reisebericht von Jessika Fichtel