Es gibt nur wenige Städte in Deutschland, die bei Wochenendurlaubern so beliebt sind wie Dresden. Die barocke Schönheit im Osten der Bundesrepublik übt auf ihre Besucher einen ganz besonderen Reiz aus und schafft es mühelos, Menschen jeder Altersgruppe zu verzaubern. Kein Wunder, denn Dresden hat nahezu alles zu bieten, was das Städtetrip-Herz begehrt: Atemberaubende Architektur, spannende Museen, eine facettenreiche Kunst- und Kulturszene und jede Menge Geheimtipps, die Ihren Trip in die sächsische Landeshauptstadt zu einem unvergesslichen Urlaub werden lassen. In diesem Beitrag nehme ich Sie mit auf eine Reise nach Dresden, bei der klassische Sehenswürdigkeiten mit individuellen Insider-Tipps kombiniert werden.

Was Sie unbedingt über Dresden wissen müssen

Dresden ist nicht nur die Landeshauptstadt von Sachsen, sondern mit fast 550.000 Einwohnern eine waschechte Großstadt. Dass sich hier so viele Menschen wohlfühlen, kommt nicht von ungefähr, denn Dresden ist ausgesprochen grün. Außerdem sorgt die Lage direkt an der Elbe dafür, dass hier die nächste Entspannungsmöglichkeit nie weit ist.

Dresden wird immer wieder gern als „Elbflorenz“ bezeichnet. Diesen Spitznamen hat sich die Stadt aufgrund ihrer außergewöhnlichen Architektur, die maßgeblich vom Barock geprägt ist, verdient. Wenn Sie durch so manche Straßen und Gassen von Dresden wandeln, werden Sie mit ein wenig Fantasie tatsächlich das Gefühl haben, durch das barocke Italien zu flanieren.

Dass sich Dresden seine unverkennbare Schönheit bewahrt hat, gleicht einem Wunder. Denn schon immer hatte es die Stadt nicht leicht. Unzählige Brände, die großflächige Zerstörung während der Bombardierung 1945 und verheerende Elb-Hochwasser – beispielsweise in den Jahren 2002 und 2013 – setzten der Stadt immer wieder zu und hinterließen teils riesige Schäden. Doch trotzdem hat es Dresden immer wieder geschafft, sich wie Phönix aus der Asche zu erheben – und das nicht nur zur Freude der Bewohner, sondern auch der Besucher der Stadt.

5 Orte, die Sie in Dresden gesehen haben müssen

Dresden ist im Grunde genommen eine einzige Sehenswürdigkeit, denn die typischen Wahrzeichen der Stadt liegen meist nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Wenn Sie die Stadt an der Elbe zum ersten Mal besuchen, dann sollten Sie auf jeden Fall diese fünf Orte besichtigen – denn sie sind es, die Dresden über die Grenzen Sachsens hinaus in der gesamten Bundesrepublik bekannt gemacht haben.

Die Dresdner Frauenkirche

Steht man heute auf dem Neumarkt und schaut sich die imposante Steinkuppel der Dresdner Frauenkirche an, dann kann man sich nur schwer vorstellen, dass dieses Gebäude im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde. Doch ein genauer Blick macht deutlich: Manche Steine, die hie und da zu finden sind, sind deutlich dunkler als die meisten anderen – ein Indiz dafür, dass der Großteil des Sakralbaus später neu errichtet wurde.

Die Frauenkirche ist jedoch nicht nur von außen ein absoluter Hingucker. Auch im Inneren wird schnell klar: Dies ist eine ganz besondere Kirche, in der die Devise laut: Klotzen statt kleckern. So mancher Besucher, der die Dresdner Frauenkirche zum ersten Mal betritt, ist schier überwältigt von all dem barocken Prunk, den man in diesem Ausmaß nur selten in Gotteshäusern vorfindet. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle jedoch nicht zu viel verraten, sondern Sie herzlich dazu einladen, die Frauenkirche mit eigenen Augen zu bestaunen. Der Eintritt in den Altarraum ist kostenfrei.

Mein Tipp für Sie: Die Kuppel der Dresdner Frauenkirche ist nicht nur eine Meisterleistung der Architektur, sondern auch der wohl schönste Aussichtspunkt der Stadt. Wer sie erklimmen will, muss 8 Euro bezahlen – doch diese Investition lohnt sich. Denn wenn Sie den Aufstieg erst einmal geschafft haben, eröffnet sich Ihnen ein wundervoller Blick über ganz Dresden, die verschlungene Elbe und das angrenzende Umland. Bei guter Sicht können Sie bis ins Elbsandsteingebirge schauen.

Der Zwinger

Der Dresdner Zwinger ist – entgegen vieler Spekulationen – kein ehemaliges Gefängnis, sondern ein Gebäudekomplex, der seit jeher der Lustwanderei diente. Oder mit anderen Worten: Hier können Sie es sich richtig gut gehen lassen und einfach mal die Schönheit des Ortes genießen.

Nicht nur der Zwinger an sich, sondern auch der darin eingeschlossene Garten ist es wert, ganz genau inspiziert zu werden. Bringen Sie darum am besten genug Zeit mit (ein Tipp, der allgemein für Städtereisen gilt) und hasten Sie nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten.

Das Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe

Allein der Name macht schon deutlich: Dieses Dresdner Wahrzeichen ist wirklich herrschaftlich. Wo früher die Kurfürsten und Könige residierten, können heute fünf verschiedene Museen besichtigt werden:

  • Historisches Grünes Gewölbe
  • Neues Grünes Gewölbe
  • Münzkabinett
  • Kupferstichkabinett
  • Rüstkammer mit Türckischer Cammer

Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass Sie als Kunst- und Kulturliebhaber in Dresden voll auf Ihre Kosten kommen werden.

Die Semperoper

Die Dresdner Staatsoper, die vom Goldenen Reiter bewacht wird, gehört ebenfalls zu den Bauten, die sowohl von außen als auch von innen schlichtweg atemberaubend sind. Wenn Sie die Zeit haben, sollten Sie unbedingt eine Führung durch die Oper machen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie herrlich es hier ist, wenn der jährliche Semperopernball stattfindet.

Übrigens: Falls Sie sich schon immer gefragt haben, wer oder was ein Semper ist, kommt nun die Antwort. Der Architekt der Semperoper hieß Gottfried Semper.

Die Hofkirche

Ein Gebäude, das eher selten in der Liste der Sehenswürdigkeiten Dresdens aufgeführt wird, aber trotzdem einen erheblichen Einfluss auf die Skyline der Stadt hat, ist die Hofkirche direkt an der Elbe. Betritt man die Dresdner Altstadt über die Augustbrücke, kommt man gar nicht an diesem imposanten Barockbau vorbei. Doch obwohl die katholische Hofkirche eine wahre Erscheinung ist, hat sie es doch in all den Jahren nie geschafft, aus dem (metaphorischen) Schatten der Frauenkirche hervorzutreten. Eine Besichtigung des Gotteshauses in unmittelbarer Nachbarschaft zum Residenzschloss ist dennoch absolut empfehlenswert.

Semperoper Dresden

© Oliver Haller - CC BY 2.0

Dresden mal anders: Tipps abseits der Touristen-Hotspots

Dresden ist mittlerweile europaweit für seine barocke Schönheit bekannt und hat sich allein aufgrund der altstädtischen Architektur zu einem echten Touristenmagneten entwickelt. Doch auch abseits des historischen Stadtkerns gibt es jede Menge Juwelen und Kleinode zu entdecken, die Ihren Städtetrip nach Dresden erst zu einer wirklich individuellen und unvergesslichen Reise werden lassen. Ich möchte Ihnen nachfolgend gern meine Favoriten vorstellen.

Die Yenidze in der Weißeritzstraße

Bei all dem barocken Prunk in Dresden sticht die Yenidze – eine ehemalige Tabakfabrik – extrem heraus. Denn das Gebäude ist einer muslimischen Moschee nachempfunden und damit eine echte architektonische Besonderheit.

Hier, wo früher unter anderem die Cabinet-Zigaretten und andere Tabakwaren hergestellt wurden, finden heute Dresdner Unternehmen einen repräsentativen Firmensitz. Unter der kunstvollen Glaskuppel können Sie nicht nur im außergewöhnlichen Ambiente essen, sondern auch regelmäßig den Märchen aus 1001 Nacht lauschen. Welcher Ort würde sich dafür besser eignen als dieser?

Die Kunsthofpassage in der Görlitzer Straße

Während Sie in der Altstadt die Historie Dresdens an jeder Ecke spüren können, steht die Neustadt für das junge und moderne Dresden. Hier – vor allem in der äußeren Neustadt – hat sich eine facettenreiche Kunst-, Kultur- und Ausgehszene etabliert, die längst nicht nur für die U30-Generation spannend ist.

Ein hervorragendes Beispiel für das pulsierende Leben in der Dresdner Neustadt liefert die Kunsthofpassage in der Görlitzer Straße. Zwischen den Hausnummern 21 und 25 können insgesamt fünf verschiedene Hinterhöfe entdeckt und bestaunt werden, die – jeweils unter einem anderen Thema – künstlerisch gestaltet wurden:

  • Hof des Lichts
  • Hof der Elemente
  • Hof der Tiere
  • Hof der Fabelwesen
  • Hof der Metamorphose

Abgerundet wird Ihr Besuch in der Kunsthofpassage durch nette Lokale, alternative Geschäfte und sehenswerte Kunstgalerien.

Das Deutsche Hygienemuseum am Lingnerplatz

In Dresden können Sie eine ganz Reihe interessanter Museen besichtigen. Während sich die meisten Museen in der Altstadt mit verschiedenen Aspekten aus Kunst und Kultur befassen, gibt es auch einen interessanten Ausreißer: Das Deutsche Hygienemuseum am Blüherpark. Hier dreht sich alles rund um das „Abenteuer Mensch“ - so der Titel der Dauerausstellung, die Sie hier besichtigen können. Darüber hinaus gibt es wechselnde Sonderausstellungen und das Kinder-Museum „Welt der Sinne“.

Gerade an verregneten Tagen ist ein Besuch im Dresdner Hygienemuseum absolut empfehlenswert – und eine willkommene Abwechslung zu all der historischen Pracht der Stadt.

Der Flohmarkt an der Albertbrücke

Jeden Samstag – und zwar das ganze Jahr über – lädt der Flohmarkt an der Albertbrücke zum Feilschen direkt an der Elbe ein. Der Mix aus Trödel, Nähe zum Wasser und Altstadtkulisse sorgt dafür, dass dieser Flohmarkt nicht nur bei Dresdnern, sondern auch Besuchern der Stadt überaus beliebt ist. Der Flohmarkt an der Albertbrücke, der auch an ausgewählten Sonntagen stattfindet, gilt als der schönste der Stadt. Er öffnet seine Tore immer um 9 Uhr für Besucher.

Das Panometer in der Gasanstaltstraße

Ein Museum, das das Prädikat „herausragend“ definitiv verdient hat, ist das Panometer vom Künstler Yadegar Asisi. Die Rundbilder, die hier gezeigt werden, faszinieren die Besucher seit 2006 immer wieder aufs Neue und haben sich in den vergangenen Jahren vom Geheimtipp zu einem „Must-See“ entwickelt.

Die aktuelle Ausstellung, die noch bis zum 6. Januar 2019 dauert, zeigt Dresden zur Zeit seiner Blüte – nämlich während der Epoche des Barock.

Mein Tipp für Sie: Wenn Sie nicht genug von der Panorama-Kunst Asisis bekommen können, dann sollten Sie auch noch nach Leipzig reisen. Denn auch dort gibt es ein Panometer, das zur Zeit die Faszination Titanic aufgreift.

Die Pfundsmolkerei in der Bautzner Straße

Der „schönste Milchladen der Welt“ – zu finden in der Bautzner Straße in Dresden – ist schon lange kein Geheimtipp mehr und wird in nahezu jedem Reiseführer erwähnt. Dennoch ist die Pfundsmolkerei einen Abstecher wert, denn hier werden Sie Ihren Augen nicht trauen.

Das nostalgisch anmutende Lädchen, in dem Milchprodukte wie Käse, Schokolade und Shakes verkauft werden, ist über und über mit pompösen Barock-Fliesen verziert. Wenn Sie diesen Anblick Ihren Lieben daheim zeigen wollen, bleibt Ihnen jedoch nichts anderes übrig, als eine Ansichtskarte vor Ort zu kaufen. Fotografieren ist in der Pfundsmolkerei nämlich strengstens verboten.

Dresden

© Andreas Kind - Unsplash

Die Brücken von Dresden

Eine Stadt am Fluss ist immer auch eine Stadt der Brücken. Wenn Sie eine Reise nach Dresden unternehmen, dann ist es durchaus eine gute Idee, den Fokus auch mal ganz bewusst auf diese Bauwerke zu legen. Denn selbst Dresdens Brücken können als Sehenswürdigkeit bezeichnet werden. Die nachfolgenden drei Beispiele verraten Ihnen, warum.

Die Marienbrücke

Dresdens barocke Skyline ist schlichtweg atemberaubend. Wenn Sie diesen Anblick fotografisch festhalten möchten, können Sie nicht nur den sogenannten Canalotto-Blick aufsuchen, sondern sich auch einfach auf die Marienbrücke stellen. Vor allem bei Sonnenuntergang und Dunkelheit ist die Aussicht überwältigend.

Mein Tipp für Sie: Genießen Sie den Anblick nicht nur durch den Kamera-Sucher, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes mit eigenen Augen.

Die Augustbrücke

Die Augustbrücke ist die wohl beliebteste Brücke für Touristen, die aus der Dresdner Neustadt in die Altstadt pilgern. Der Grund hierfür ist unübersehbar: Sobald Sie die Elbe über die Augustbrücke überquert haben, befinden Sie sich sofort im barocken Herzen der Stadt. Von hier aus sind fast alle klassischen Sehenswürdigkeiten nur wenige Minuten (manchmal sogar nur Sekunden) entfernt.

Die Loschwitzer Brücke

Die Loschwitzer Brücke ist nicht nur Besuchern, sondern auch vielen (Wahl-)Dresdnern nur unter ihrem Spitznamen bekannt. Aufgrund ihrer Farbe wird sie meist liebevoll „Blaues Wunder“ genannt.

Sehenswert ist die Loschwitzer Brücke nicht nur wegen ihrer modernen Konstruktionsweise, sondern auch wegen der historischen Schwebebahn, die sich in direkter Nachbarschaft befindet. Mithilfe von dieser können Sie stilvoll einen Abstecher in die gut betuchten Villenviertel Oberloschwitz und Weißer Hirsch machen und Dresden noch einmal von einer völlig anderen Seite kennenlernen. Nicht nur die prachtvollen Gebäude bieten großartige Fotomotive, sondern auch der grandiose Ausblick über die Stadt.

Dresden und Elbsandsteingebirge: Ein unschlagbares Reise-Duo

Städtereisen sind aufregend, abwechslungsreich, aber leider auch anstrengend. Wenn Sie nach Ihrer Erkundungstour durch das sehenswerte Dresden noch etwas Ruhe und Entspannung brauchen, dann lege ich Ihnen hiermit ausdrücklich einen anschließenden Abstecher in das Elbsandsteingebirge nach.

Die nur 30 Kilometer entfernte „Sächsische Schweiz“ hat nicht nur einen Großteil des Baumaterials für Dresden geliefert, sondern ist auch ein wahres Eldorado für Wanderfreunde und Naturliebhaber. Bizarre Felsformationen, tiefe Schluchten und aus der Ebene aufragende Tafelberge schaffen eine Landschaft, die es so kein zweites Mal auf der Welt gibt.

Nicht nur Karl May wusste diese zu schätzen und ließ sich durch die Sandsteine für seine Western-Romane inspirieren. Auch die unzähligen Touristen, die das Elbsandsteingebirge jährlich besuchen, wissen um die Wirkung dieser zauberhaften Naturschönheit.

Besondere Highlights der Sächsischen Schweiz sind unter anderem:

  • Die Bastei
  • Die Felsenburg Neurathen
  • Die Festung Königstein
  • Die historische Kirnitzschtalbahn
  • Die Burg Stolpen
  • Der Kuhstall
  • Die Schrammsteine
  • Die Barbarine

Eine unvergleichliche Mischung

Dresden ist ohne Zweifel einen der schönsten Städte Deutschland. Die hohe Dichte an historischen Gebäuden, ein reiches Kunst- und Kulturangebot, unzählige Museen sowie nicht zu übersehende moderne Einflüsse sorgen für eine Mischung, die ihresgleichen in der Bundesrepublik sucht. Erleben Sie diese hautnah.

Ich wünsche Ihnen eine gute Reise nach Dresden!

Ein Reisebericht von Jessika Fichtel